Donnerstag, 26. April 2018

Drohnen – Faszination oder Plage


Am Samstag 14. April 2018 fand in der Kantonsbibliothek Liestal ein Infoanlass zum Thema «Drohnen – Faszination oder Plage?» statt. Für einmal standen somit nicht die Bücher im Mittelpunkt der Kantonsbibliothek Liestal und auch die sonst ruhige Atmosphäre musste ausnahmsweise Propellergeräuschen und regen Diskussionen weichen. Die Besucher konnten an verschiedenen Posten unterschiedliche Nutzungen von unbemannten Fluggeräten erfahren und sich sowohl an den Ständen als auch an Vorträgen über die Technik, den Einsatz und auch über rechtliche und versicherungstechnische Belange bezüglich Drohnen informieren.
Wie programmiert man eine Drohne? Am Informationstag in Liestal konnten unter anderem Drohnen selber programmiert und der Code direkt fliegerisch ausprobiert werden

Schöne Luftaufnahmen aus für uns Menschen nicht zugänglichen Perspektiven zeigten den Wert von Drohnen bei der Erfassung von Fotos und Filmen für Produktions- und Werbezwecke sowie Inspektionen von schwer zugänglichen Objekten. Die neue Trend-Sportart «FPV-Racing» wurde eindrücklich präsentiert und konnte in einem gesicherten Bereich in kleinem Massstab sogar selber ausprobiert werden. In einem Workshop hatte man die Möglichkeit, eine kleine Drohne selber zu programmieren und den Aufbau kennen zu lernen. Die Mobiliar beantwortete Fragen über die Versicherung von Drohnen und selbstverständlich war auch das Institut Geomatik IGEO der FHNW präsent und zeigte am Stand sowie in einem Vortrag von Nando Docci verschiedene professionelle Anwendungen von Drohnen im Bereich der Vermessung und Fernerkundung.
Interessierte Besucher am Stand des IGEO:  Die Drohnentechnik fasziniert und ist für viele neu. Gerne erklärten wir die Möglichkeiten von UAVs anhand Projekten des IGEO
Am Stand des IGEO konnten die Besucher photogrammetrisch erfasste 3D-Modelle, Höhenmodelle und Orthofotos bestaunen und lernen, wie sich die drohnengestützte Fernerkundung dank Multispektralsensorik auch in kleineren Gebieten für landwirtschaftliche Zwecke eignet. Auf Luftaufnahmen im Bereich des thermalen Infrarots konnten Wildtiere und Esel entdeckt werden und ein Infrarot-Sichtgerät der Feuerwehr Lausen lieferte faszinierende und ungewohnte Echtzeit-Eindrücke unserer Mitmenschen und Umwelt.

Spannende Technik auf engem Raum:  Neben zahlreichen Fluggeräten konnte am Stand des IGEO auch die Thermographie erlebt werden
Der Anlass war eine willkommene Möglichkeit, den Besuchern unseren spannenden und modernen Studiengang näher zu bringen und aufzuzeigen, dass Drohnen nicht nur Spass und Spiel dienen, sondern auch sehr effiziente und wertvolle Arbeitsgeräte für verschiedenste Anwendungen darstellen können.




Mittwoch, 18. April 2018

Geomatik-Frühlingskolloquium: Petroglyphen in Saimaluu Tash, Kirgistan

Am Dienstag 27. März war Thomas Koblet von ESRI Schweiz am Institut Geomatik zu Gast und gab spannende Einblicke in seine Teilnahme an einem archäologischen Survey in Kirgisistan.
Für den studierten Geografen mit Passion für die Feldarbeit ergab sich im letzten Sommer unverhofft die Möglichkeit auf ein besonderes Abenteuer: Zusammen mit seinem Arbeitskollegen konnte er als Kartograf die Forschungen des Archäologen Christoph Baumer in Kirgisistan begleiten. Die Expedition war der Dokumentation und Kartierung der Petroglyphen in Saimaluu Tash gewidmet. In Saimaluu Tash finden sich noch heute abertausende gut erhaltener, in Felsblöcke und Geröll geritzte Zeichnungen – Petroglyphen – , die bis zu 4000 Jahre alt sind. Die gute Erhaltung ist unteranderem der Schneedecke zu verdanken, die das Tal im Naturschutzgebiet an der Grenze zu China für 10-11 Monate im Jahr bedeckt.





Thomas Koblet von ESRI Schweiz über seine Teilnahme an der Saimaluu Tash Expedition in Krigisistan
Diese Zeugnisse längst vergangener Zeiten konnten Koblet und sein Kollege nun mithilfe moderner Technik, wie z.B. der Kopplung eines Smartphones mit Collector for ArcGIS und einer GPS-Antennen präzise einmessen und systematisch digital dokumentieren. Eine Webapplikation ermöglicht bereits jetzt erste Einblicke in den gewonnenen Datenschatz: Über eine interaktive Karte kann zu jedem eingemessenen Fund ein Foto aufgerufen werden. Die fast unzähligen Petroglyphen zeigen ein breites Spektrum an Motiven: Von landwirtschaftlichen Pflug-Szenen, über Jagd- und Wildtiermotive, bis hin zu nicht ganz jugendfreien Darstellungen und solchen, die wohl kultische Handlungen wiedergeben, ist alles vertreten.

Petroglyphen in Saimaluu Tash, Kirgistan
Die Petroglyphen sind seltene Zeugnisse der Lebensweisen und Vorstellungen vergangener Kulturen in der Region. Die Bedeutung der Zeichnungen und ihrer Anordnung harrt aber einer substantiierten Interpretation. Das ist, was die Archäologen nun interessiert: Die detaillierte räumliche und motivische Erfassung der Petroglyphen ermöglicht erstmals umfassende Analysen der zeitlichen und räumlichen Verbreitung und Anordnung einzelner Motive und ihrem Zusammenspiel. Interessierte dürften also gespannt sein auf die Publikation seiner Studien, die der Archäologe und Expeditionsleiter Baumer noch dieses Jahr vorlegen möchte.


Mittwoch, 21. März 2018

Besuch des Galileo-Satellitenkontrollzentrums beim DLR

Am 6.3.2018 besucht eine kleine Delegation des IGEO im Rahmen des Begleitprogramms der PFGK18-Konferenz das Galileo-Kontrollgebäude am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München.

Die Abordnung des IGEO mit 1:1 Modell eines Galileo-Satelliten im Hintergrund. V.l.n.r.: Oliver Hasler, Urs Clement, Adriana Zanda, Adrian Meyer
Seit Dezember 2016 ist das europäische GNSS-Satellitennavigationssystem Galileo für die Öffentlichkeit zugänglich. Zum Zeitpunkt des Besuchs befanden sich bereits 22 der vorgesehenen 30 Satelliten in ihrem jeweiligen Orbit um den Globus. Die Satelliten befinden sich in einer Höhe von etwa 23’260km über der Erdoberfläche und bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 13’000km/h. Auf drei Bahnebenen befinden sich die Satelliten dabei in einem Abstand von ca. 1’000km zueinander und benötigen ca. 14h für einen Umlauf. Bis 2020 erwartet die EU-Kommission Gesamtkosten von ca. 5,3 Mrd. Euro. Neben Oberpfaffenhofen befindet sich ein gleichberechtigtes Kontrollzentrum des Systems in Fucino (Italien). Das hochmoderne Kontrollzentrumsgebäude verfügt über eine äusserst komplexe, mehrfach redundante und möglichst ausfallsichere Gebäudetechnik, um den sicheren Betrieb des Satellitensystems zu gewährleisten. Bisher gab es laut Führung keinen Kontaktverlust zu einem der Satelliten.

Das Gebäude des Kontrollzentrums.

Panorama-Foto des 1:1 Satellitenmodells. Gut sichtbar ist die sechseckige Sendeantenne auf der Unterseite, die das Signal mit ca. 50W Sendeleistung an die irdischen Empfangsgeräte wie z.B. Smartphones überträgt. Der Energiebedarf wird durch die grossen, schwenkbaren Solarpaneele gedeckt.
Nach der fachkundigen Führung durch einen Kartographen des DLRs gab es für die Teilnehmer noch die Möglichkeit, Ausstellungsexponate zu modernster Raumfahrttechnologie-Forschung im Rahmen eines Forums der Helmholtz-Gesellschaft zu begutachten.


1:15 Modell einer Ariane-Rakete, mit welcher auch einige der Galileo-Satelliten ins Orbit befördert wurden.

Verschiedene Raumfahrtmaterialien und Raketentechnik

Kontrollzentrum des German Space Operations Centers (GSOC) im Nachbargebäude. Das Fo-tografieren des eigentlichen Galileo-Kontrollzentrums im Rahmen der Führung war leider aus Sicherheitsgründen verboten. Wir können aber bestätigen: Es sieht sehr ähnlich aus!
von Adrian F. Meyer